


Entwicklung des Phosphorgehaltes
im Baldeggersee ab 1885
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Jährliche Phosphorzufuhren in den Baldeggersee
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Allgemeine
Informationen

Das Unikum Baldeggersee
1940
brach der Felchenbestand im Baldeggersee völlig zu-sammen.
Das bewog den damaligen Eigentümer, Berufs-fischer
Julius Stirnimann, den See zum Verkauf anzubieten. 1942
ging der See ins Eigentum des Schweizerischen Bun-des
für Naturschutz - heute Pro Natura - über. Diese
Eigen-tumsverhältnisse führen dazu, dass der
See der Oeffentlich-keit nicht im gewünschten Mass
zur Verfügung steht.
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| Hydrologische
Kennzahlen: |
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| Einzugsgebiet
(ohne See) |
67.8
km2 |
| Seeoberfläche |
5.2
km2 |
| Höhe
über Meer des Einzugsgebietes |
463
- 864 m ü.M. |
| Seevolumen |
0.173
km3 |
| maximale
Tiefe |
66
m |
| mittlere
Tiefe |
33
mmittlerer |
| Abfluss
(1976-1993) |
1.30
m3/s |
| mittlere
Wasseraufenthaltszeit |
4.2
Jahre |
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Auf
dem Weg der Besserung
Der Baldeggersee gilt als bestuntersuchter
See auf der gan-zen Welt. Dies hat allerdings einen
wenig erfreulichen Grund. Der See ist seit den 1920er-Jahren
mit Schmutz- und Düng-stoffen belastet. Dank dem
Bau von Kanalisationen und Klär-anlagen konnte
der Nährstoffeintrag aus den ungereinigten Siedlungs-
und Industrieabwässern zwar vermindert werden.
Doch heute gelangen zu grosse Phosphormengen aus der
Landwirtschaft in den See. Seit den 1980er-Jahren wird
der See samt Einzugsgebiet mit einem umfangreichen Massnah-menpaket
therapiert. Eine Kombination aus externen und seeinternen
Massnahmen, wie die künstliche Belüftung,
hat die Phosphoranreicherung aufgehalten. Die Konzentration
von über 500 Milligramm Phosphor pro Kubikmeter
im Jahr 1974 konnte auf 70 Milligramm gesenkt werden.
Um ein übermä- ssiges Algenwachstum und einen
starken Sauerstoffschwund im Baldeggersee zu verhindern,
müsste ein Phosphorgehalt von weniger als 30 Milligramm
pro Kubikmeter eingehalten werden.

Um den See in den Zustand zurückzuführen,
welcher ihn zur Selbstregulation befähigt und eine
standorttypische Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen
aufkommen lässt, müsste der heutige Phosphoreintrag
von fünf Tonnen um die Hälfte verringert werden.
Wichtige Rollen spielen dabei die Landwirte, die im
Einzugsgebiet des Sees wirtschaften. In der Landwirt-schaft
setzte ab 1993 ein Umdenken ein und heute werden zusätzliche
Massnahmen in der Landwirtschaft zur Verminderung der
Schadstoffeinträge mit finanziellen Beiträgen
von Bund und Kanton abgegolten. Weil der relativ kleine
See auf die Phosphorzufuhr aber sehr emp-findlich reagiert,
wird der Gesundungsprozess noch Jahrzehnte dauern. Dank
der künstli-chen Belüftung konnte der Lebensraum
für Bodentiere wie Würmer und Insektenlarven
und für Fische deutlich in grössere Seetiefen
ausgeweitet werden.

Entwicklung Sauerstoffkonzentration
Die Sauerstoffkonzentration in einem See ist entscheidend
für die Wasserqualität und das Überleben
von Tieren. Bei weniger als 4 mg/l Sauerstoff können
z.B. Forellen und Felchen nicht überleben. Die
Belüftung des Baldeggersees ist auf die gesetzliche
Anforderung ausgerichtet, nach welcher in Seen überall
und jederzeit mindestens 4 mg Sauerstoff/l vorhanden
sein muss. Die Abbildung zeigt die Situation am Seegrund
des Baldeggersees. Deutlich ist der Sauerstoffmangel
in den Jahren vor dem künstlichen Sauerstoffeintrag
(1982) jeweils in den Herbstmonaten sichtbar. Seit der
künstlichen Belüftung konnte die gesetzliche
Anforderung annähernd eingehalten werden.

Amt für Umweltschutz Luzern
Die zentrale Rolle in der Sanierung des Baldeggersees
spielt das Amt für Umweltschutz des Kantons Luzern
(AfU). Unter seiner Leitung wurden in den 70er-Jahren
praktisch alle Haus-halte und Betriebe im Einzugsgebiet
des Sees an eine ARA angeschlossen. 1982 wurde das Seebelüftungskonzept
des AfU umgesetzt. Als weltweit erster See wurde der
Baldeggersee künstlich belüftet. Massgeblich
beteiligt ist das AfU auch an den see-externen Massnahmen:
Aufbau der Fachstelle für Oekologie in der Landwirtschaft,
Festsetzung des maximalen Tierbestands von 3 Düngergrossvieheinheiten
pro Hektare, Realisation des Schutzkonzepts Ufergürtel.
Als Daueraufgabe wird die Wasserqualität von See
und Zuflüssen regelmässig gemessen.

Für weitere Informationen: www.umwelt-luzern.ch

Adressen
und Ansprechpartner in der Dienststelle Umwelt und Energie, uwe
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| Dienststelle Umwelt und Energie, uwe |
| Libellenrain
15, Postfach 6002 Luzern |
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